Zwischen 4 und 16 Euro für 100 Kilometer – so weit reicht die Spanne beim Laden in Österreich, je nachdem, wo und wie Sie laden. Diese Seite zeigt die echten Kosten für Zuhause, Wallbox, öffentliche AC-Säule, Schnelllader und Ad-hoc-Laden – mit nachvollziehbaren Rechenbeispielen, den Preisen aus den aktuellen Tarifblättern und dem Vergleich zum Verbrenner.
Stand: September 2026
Was kosten 100 Kilometer?
Annahme: 18 kWh Verbrauch je 100 km ab Steckdose (Kompaktklasse inkl. Ladeverluste). Verbrenner: 7,0 l Benzin bzw. 6,0 l Diesel je 100 km.
Preise inkl. USt. Strompreise laut Tarifblättern (siehe Quellen), Spritpreise Wochenschnitt Österreich. Ad-hoc-Balken zeigt den oberen Wert der Spanne.
Das Wichtigste in Kürze
- Zu Hause ist am günstigsten: mit Haushaltsstrom rund 4,50 € je 100 km – weniger als die Hälfte eines Benziners (12,49 €).
- Öffentlich AC kostet mit einer Karte ohne Grundgebühr 0,43 € bis 0,55 € pro kWh, Schnellladen 0,43 € bis 0,89 €.
- Ad-hoc-Laden per QR-Code ohne Karte ist fast immer der teuerste Weg – oft 0,70 € bis 0,90 € pro kWh.
- Blockiergebühren (0,10–0,20 € pro Minute nach 1–5 Stunden) können einen Ladevorgang verdoppeln.
- Bei 15.000 km im Jahr und typischem Mix (70 % zu Hause) liegen die Stromkosten bei rund 913 € – gegenüber rund 1.873 € Benzin.
1. Laden zu Hause: Wallbox oder Steckdose
Wer zu Hause laden kann, zahlt den Haushaltsstrompreis. Der liegt in Österreich 09/2026 je nach Anbieter und Netzgebiet meist zwischen 21 und 30 Cent pro kWh (Energie, Netz, Steuern und Abgaben zusammen). Dazu kommen beim AC-Laden Ladeverluste von etwa 8 bis 15 Prozent – das Auto zieht mehr aus der Steckdose, als im Akku ankommt. Unsere 18 kWh je 100 km sind deshalb ab Zähler gerechnet.
Haushaltsstrom
je 100 km bei 25 ct/kWh. Bandbreite 3,78 bis 5,40 €.
Eigene PV-Anlage
Solarstrom kostet Sie nur die entgangene Einspeisevergütung – meist deutlich unter 10 ct/kWh. Voraussetzung: Laden bei Sonne oder mit Speicher.
Amtlicher Strompreis 2026
Mit diesem BMF-Wert darf der Arbeitgeber das Laden eines Firmen-E-Autos zu Hause steuerfrei ersetzen – wenn die Lademenge dem Fahrzeug zugeordnet werden kann.
Wallbox-Kosten
Eine 11-kW-Wallbox inklusive Montage kostet meist 1.000 bis 2.500 €; sie lädt sechsmal schneller als die Schuko-Steckdose und mit weniger Verlusten.
2. Öffentlich laden: AC, DC und HPC im Vergleich
An öffentlichen Ladestationen zahlen Sie nach geladener Kilowattstunde – der Preis hängt von der Ladeleistung, vom Anbieter und von Ihrer Ladekarte ab. Dieselbe Säule kostet für zwei Fahrer unterschiedlich viel. Die Bandbreiten stammen aus den aktuellen Tarifblättern von Wien Energie, ÖAMTC, Linz AG, Shell, SMATRICS und EnBW (vollständiger Ladekarten-Vergleich).
| Ladesituation | Preis je kWh | 100 km | 15.000 km/Jahr |
|---|---|---|---|
| Zu Hause, Haushaltsstrom | 0,25 € | 4,50 € | 675 € |
| Zu Hause, amtlicher Wert (Firmenwagen) | 0,33 € | 5,91 € | 886 € |
| Öffentlich AC (11–22 kW) | 0,43 € – 0,55 € | 7,74 – 9,90 € | 1.161 – 1.485 € |
| Öffentlich AC mit EMC-Ladekarte | 0,51 € | 9,18 € | 1.377 € |
| Schnelllader DC (50–150 kW) | 0,43 € – 0,69 € | 7,74 – 12,42 € | 1.161 – 1.863 € |
| Schnelllader mit EMC-Ladekarte (bis 200 kW) | 0,61 € | 10,98 € | 1.647 € |
| HPC (ab 150/201 kW) | 0,43 € – 0,89 € | 7,74 – 16,02 € | 1.161 – 2.403 € |
| HPC mit EMC-Ladekarte (ab 201 kW) | 0,86 € | 15,48 € | 2.322 € |
| Ad hoc per QR-Code ohne Karte | 0,70 € – 0,90 € | 12,60 – 16,20 € | 1.890 – 2.430 € |
EMC-Preise: Linz-AG-Partnertarif der EMC-Ladekarte, gültig im gesamten BEÖ-Netz und europaweit ohne Roaming-Aufschlag; bei Direktpartnern ab 0,45 € (AC) bzw. 0,55 € (DC). Marktbandbreiten laut Vergleichsseite, Stand 06.08.2026.
3. Die vier Kostenfallen
Blockiergebühr
0,10 bis 0,20 € pro Minute, sobald das Auto nach dem Laden stehen bleibt – bei AC meist ab 4 Stunden, bei manchen Schnellladern schon nach 60 Minuten. Zwei Stunden Überziehen kosten bis zu 24 €.
Ad hoc ohne Karte
Zahlen per QR-Code oder Kreditkarte am Terminal ist bequem, aber mit 0,70 € bis 0,90 € pro kWh der teuerste Tarif. Eine Karte ohne Grundgebühr kostet nichts und halbiert fast den Preis.
Roaming-Aufschlag
Die Karte des Heimversorgers wird außerhalb des eigenen Netzes oft 10 bis 30 Cent teurer je kWh – im Ausland noch mehr. Vor der Urlaubsfahrt Tarifblatt lesen.
Grundgebühr ohne Nutzen
Tarife mit Monatsgebühr lohnen sich erst ab einer bestimmten Lademenge – beim EMC-Tarif MORE POWER (7,50 €/Monat) etwa ab 62,5 kWh im Monat. Wer meist daheim lädt, fährt ohne Grundgebühr besser.
4. Rechenbeispiel: Ein Jahr Laden
Für 15.000 Kilometer braucht unser Kompaktwagen 2.700 kWh. So verteilen sich die Kosten je nach Ladeprofil:
| Ladeprofil | Annahme | Stromkosten/Jahr |
|---|---|---|
| Heimlader | 100 % zu Hause, 25 ct/kWh | 675 € |
| Typischer Mix | 70 % zu Hause, 20 % öffentlich AC, 10 % Schnelllader (EMC-Karte) | 913 € |
| Laternenparker | 100 % öffentlich AC mit EMC-Karte ohne Grundgebühr | 1.377 € |
| Laternenparker mit MORE POWER | 100 % öffentlich AC, EMC-Tarif MORE POWER (7,50 €/Monat, 0,39 €/kWh) | 1.143 € |
| Vielfahrer Autobahn | 50 % zu Hause, 50 % Schnelllader (EMC-Karte ohne Grundgebühr) | 1.161 € |
| Vielfahrer mit MORE POWER | 50 % zu Hause, 50 % Schnelllader zu 0,49 €/kWh + Grundgebühr | 1.089 € |
| Benziner zum Vergleich | 7,0 l/100 km, 1,784 €/l | 1.873 € |
| Diesel zum Vergleich | 6,0 l/100 km, 1,993 €/l | 1.794 € |
Wer regelmäßig öffentlich lädt, wechselt innerhalb der EMC-Mitgliedschaft auf den Tarif MORE POWER: Die Grundgebühr von 7,50 € im Monat ist ab etwa 62,5 kWh hereingespielt, danach spart jede Kilowattstunde 12 Cent – beim Laternenparker sind das 234 € im Jahr. Selbst der Laternenparker, der ausschließlich öffentlich lädt, liegt unter dem Verbrenner – vorausgesetzt, er nutzt eine Ladekarte statt Ad-hoc-Zahlung. Dazu kommt die THG-Prämie von 122 € pro Jahr, die die Stromrechnung zusätzlich drückt.
5. So laden Sie günstiger
- Karte statt QR-Code: Eine Ladekarte ohne Grundgebühr und ohne Mindestumsatz kostet nichts und spart 20 bis 40 Cent je kWh gegenüber Ad-hoc.
- AC statt DC, wenn Zeit ist: Beim Einkaufen oder über Nacht an der 11-kW-Säule laden ist 10 bis 30 Cent je kWh günstiger als am Schnelllader.
- Nicht bis 100 % am HPC: Ab 80 % sinkt die Ladeleistung stark – Sie stehen länger und riskieren Blockiergebühren.
- Tarif zum Profil wählen: Grundgebühr nur, wenn Sie monatlich deutlich über 60 kWh öffentlich laden. Der Ladekarten-Finder rechnet das in fünf Fragen aus.
- Ladepreise vorab prüfen: Auf ladepreise.at sehen Sie live, was der nächste Ladevorgang mit Ihrer Karte kostet – EMC-Mitglieder nutzen die Premium-Version gratis.
- Heimstromtarif vergleichen: Zwischen günstigstem und teuerstem Anbieter liegen laut E-Control bis zu 17 Cent je kWh beim Energiepreis – bei 2.700 kWh Fahrstrom im Jahr sind das über 400 €.
Eine Karte, alle Netze – ohne Grundgebühr
Die EMC-Ladekarte lädt an bis zu 95 % aller österreichischen Ladepunkte und europaweit ohne Roaming-Aufschlag. Der gemeinnützige Club verdient nichts an Ihren Ladekosten.
Häufige Fragen zu den Ladekosten
Was kostet eine Kilowattstunde an der öffentlichen Ladestation?
Mit einer Ladekarte ohne Grundgebühr zwischen 0,43 € und 0,55 € beim AC-Laden und 0,43 € bis 0,89 € am Schnelllader (Stand September 2026). Ad hoc ohne Karte werden meist 0,70 € bis 0,90 € verrechnet.
Was kosten 100 Kilometer mit dem E-Auto?
Zu Hause rund 4,50 € (bei 25 ct/kWh und 18 kWh Verbrauch), öffentlich AC rund 9,18 €, am Schnelllader rund 10,98 €. Ein vergleichbarer Benziner kostet bei 1,784 €/l etwa 12,49 €.
Ist Laden zu Hause wirklich günstiger als Tanken?
Ja, deutlich. Bei 15.000 km im Jahr kostet der Strom zu Hause rund 675 €, Benzin rund 1.873 €. Selbst wer nur öffentlich lädt, bleibt mit Ladekarte unter dem Verbrenner.
Was ist eine Blockiergebühr?
Eine Gebühr pro Minute, wenn das Auto nach dem Ladeende an der Säule stehen bleibt – üblich sind 0,10 bis 0,20 € je Minute, bei AC meist ab 4 Stunden, an Schnellladern teils schon ab 60 Minuten. Sie soll Ladeplätze frei halten.
Wie viel Strom verbraucht ein E-Auto auf 100 km?
Kompakte E-Autos liegen im Alltag bei 15 bis 18 kWh je 100 km, SUVs bei 18 bis 24 kWh. Ab Steckdose kommen beim AC-Laden 8 bis 15 Prozent Ladeverluste dazu. Winter, Autobahntempo und Anhänger erhöhen den Verbrauch spürbar.
Darf der Arbeitgeber das Laden zu Hause steuerfrei ersetzen?
Ja, für Firmen-E-Autos zum amtlichen Strompreis von 32,806 Cent je kWh (2026), wenn die Lademenge dem Fahrzeug eindeutig zugeordnet werden kann – etwa über eine Wallbox mit Zähler. Die frühere 30-Euro-Pauschale gilt seit 2026 nicht mehr.
Lohnt sich ein Ladetarif mit Grundgebühr?
Nur bei regelmäßigem öffentlichem Laden. Beim EMC-Tarif MORE POWER (7,50 €/Monat, 0,39 € AC / 0,49 € DC) rechnet sich die Gebühr ab etwa 62,5 kWh im Monat, also rund 350 öffentlichen Kilometern.
- Öffentliche Ladetarife: Preisblätter Wien Energie (04/2026), ÖAMTC ePower (07/2026), Linz AG StromMOBIL (02/2025), Shell Recharge (07/2026), SMATRICS (10/2024), EnBW (06/2026) – Details im Ladekarten-Vergleich.
- EMC-Ladekarte: EMC-Tarifblatt StromMOBIL PARTNER / MORE POWER (03/2025).
- Amtlicher Strompreis 2026: BMF-Erlass vom 24.10.2025 (§ 4c Sachbezugswerteverordnung): 32,806 ct/kWh.
- Haushaltsstrompreis: Bandbreite laut E-Control-Tarifkalkulator 09/2026 (21–30 ct/kWh brutto inkl. Netz und Abgaben); Rechenwert 25 ct.
- Spritpreise: WKO-Kraftstoffpreise, Wochenschnitt 31.08.2026 (Eurosuper 1,784 €/l, Diesel 1,993 €/l).
- Verbrauchsannahmen: 18 kWh/100 km ab Steckdose; 7,0 l Benzin bzw. 6,0 l Diesel je 100 km (Kompaktklasse). Alle Angaben ohne Gewähr, maßgeblich sind die Tarifblätter der Anbieter.
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