JAC eS2 Härtetest

Wir durften – der Dank geht an Lagerhaus St. Pölten – den brandneuen JAC eS2 im Alltag auf einem Weg von über 1500 km auf die Probe stellen. Natürlich nutzten wir die Chance, den JAC bei so vielen Veranstaltungen wie möglich österreichweit zu zeigen.

Eines vorweg, der Akku mit Thermomanagement (flüssiggekühlt) hält was er verspricht. Angegeben ist eine Gesamtkapazität mit 40 kWh, die eine reale Reichweite von über 250 km verspricht (WLTP 275 km). Diese Leistung haben wir tatsächlich im normalen Alltag erreicht.

Besonders positiv aufgefallen ist, dass das Fahrzeug mit einem CCS Anschluss ausgestattet ist. Dies ermöglicht sowohl das Laden mit einphasigen Wechselstrom (AC) bis max. 32 A und mittels Typ 2 Anschluss als auch mit Gleichstrom (DC). Bei der Aufladung mit DC zeigt der eS2 erste Schwächen, die maximale Ladeleistung liegt nur bei ca. 30 kW (je nach Akku-Füllstand und Temperatur weniger). Andere e-Fahrzeuge der ersten Generation (Leaf, i3, usw…) konnten bereits vor Jahren mit 50 kW aufladen.

Bezüglich der Verarbeitung lässt der JAC auf dem ersten Blick keine Wünsche offen. Das Auto ist in der Einführungsphase besonders gut ausgestattet: Climatronic, Ledersitze mit Sitzheizung, Bluetooth Freisprecheinrichtung, Keyless Entry, 8” TFT Display, 6 Lautsprecher, ISOFIX Halterungen für Kindersitze, elektrische Fensterheber bis hin zum Kurvenlicht, das sich je nach Einschlag des Lenkrades dazu schaltet. Wenn man genauer hinsieht, fällt auf, dass die Navigation nur mittels Mirroring (Handydisplay 1:1 auf Autodisplay) zwar etwas umständlich aber doch möglich ist, vor allem weil es für die Suche nach Ladestationen oft sehr wertvoll sein kann.
Verwirrend war für viele unserer Testfahrer, dass im Tachobereich die aktuelle Akkukapazität lediglich als Prozentsatz angezeigt wird und die Restreichweite in Kilometer kann man nur zusätzlich über einen Menüeintrag im Multimedia-Display abrufen. Mit der eher exotischen Verbrauchsangabe von km/kWh konnten die meisten Tester auf Anhieb – nämlich während der konzentrierten Testfahrt – wenig anfangen. Die Anzeige bewegte sich zwischen 7 und 3 km/kWh, was bei (hoffentlich korrekter) Umrechnung dann den bei uns gebräuchlichen 15 bis 33 kWh/100 km entspricht. Nach längerer Autobahnfahrt mit konstanten 130 km/h und 10° Außentemperatur stellte sich ein Verbrauch von 20 kWh/100 km (Anzeige 5 km/kWh) ein. Als nicht ganz optimal wurde die recht verzögert eingreifende Rekuperation eingeschätzt, die im Vergleich zu aktuellen E-Modellen auch als eher schwach empfunden wurde. Diese kann nur über ein Display-Untermenü aus- oder eingeschaltet werden, eine Staffelung der Rekuperationsleistung wurde nicht gefunden.

Der JAC eS2 sprintet angenehm flott los und erreicht mühelos die in Österreich auf Autobahnen erlaubten 130 km/h. Diese Leichtfüßigkeit verführte auf einem der 140 km/h Testabschnitte auf der A1 zu einer weiteren Erkundung, welche jedoch durch Abregelung bei 136 Tacho km/h jäh abgebrochen wurde. Man kann diesen etwas enttäuschenden Test aufgrund von Messtoleranz und Tachoabweichung also getrost außerhalb den 140 km/h Abschnitten durchführen…
Bei der Innenraumdämmung bietet der JAC noch Verbesserungspotenzial, denn die lauten Windgeräusche bei Autobahngeschwindigkeit ist man hierzulande so nicht gewohnt, ein befremdliches Knurren erweckte bei einem Tester den Verdacht, ob nicht doch – zumindest ein kleiner – Verbrennungsmotor eingebaut sei! Es wurde keiner gefunden…

Auffallend ist die sehr hohe Sitzposition und für Personen über 1,80 m könnte die Kopffreiheit eingeschränkt sein. Dies ist scheinbar dem Akku im Unterboden geschuldet und man könnte den Eindruck gewinnen, dass das Fahrzeug für kleinere Personen konstruiert wurde. Aus Fahrersicht ist der Gesamtüberblick sehr gut gelungen. Das Lenkrad lässt sich in der Höhe verstellen und so kann man es gut anpassen. Auf der Rücksitzbank befindet sich genug Beinfreiheit, sodass man zu viert ohne weiteres längere Autofahrten planen kann.

Die Gesamtabmessung (L= 4135 cm, B= 1750 cm, H= 1560 cm) ist für einen modernen Stadtflitzer perfekt. Zugleich ist der Wagen