EMC Bericht über die Begegnung mit dem neuen Iridium e-Wohnmobil

Das schöne Wetter war am 23.08.19, einem Freitag, der ideale Start ins Wochenende und dadurch war am Erlebnis-Campingpark Gitzenweiler Hof in Lindau am Bodensee auch entsprechen viel Betrieb. Die dort ankommenden Wohnmobile und Zugfahrzeuge der Wohnwagen standen mit nagelnden Dieselmotoren und laut laufenden Lüftern vor dem Checkin zum Campingpark.

Getarnt in diesem Trubel und lauten Hintergrundgeräusch rollte ein auffallend schnittiges Elektro-Wohnmobil lautlos durchs Gelände. Trotz großer Aufschrift bekamen die meisten Feriengäste diese Weltpremiere gar nicht mit und so entstanden einige sehr belebte Bilder in diesem ganz besonderen Campingpark mit Geschichte. Der inzwischen notwendige Ladevorgang erfolgte dann auf dem Gelände der VKW in Bregenz wo auch der TESLA Supercharger ist. Dort bestand dann die Möglichkeit, beim Laden über die Schulter zu schauen, einige neugierige Fragen zu stellen und sogar mitzufahren. Auf die Antworten und deren Veröffentlichung in diesem Bericht musste ich allerdings bis nach der offiziellen Freigabe im Rahmen der Campingmesse in Düsseldorf am 31.08.19 warten.

Das wichtigste Kriterium bei einem e-Wohnmobil ist ein möglichst geringer Luftwiderstand sowie eine möglichst effiziente Antriebstechnik – und das ist offensichtlich gut gelungen. Auf der Autobahn bei etwa 100 km/h liegt der Verbrauch bei etwa 25 kWh/100 km, auf der Landstraße sind unter günstigen Bedingungen sogar 22 kWh/100 km möglich. Dadurch sind mit dem 106 kWh großen Akku realistische 400 km Reichweite möglich. Der unter dem Boden eingebaute Akku verschafft dem Iridium e-Wohnmobil einen in dieser Fahrzeugklasse ungewöhnlich tiefen Schwerpunkt, was dem Handling zugute kommt.

Wie bei allen Elektrofahrzeugen ist auch beim e-Wohnmobil die Längsdynamik beeindruckend. Der Sprint vom Stand auf 100 km/h sollte in ca. 12 Sekunden erledigt sein. Das dürfte wohl der Grund sein, weshalb im Wohnbereich so viele Gegenstände am Boden lagen, was wiederum der Grund war, dass ich keine Fotos vom Innenraum machte. Es kamen auch Erinnerungen an meine Jugend, als ich zu oft mit der Aufforderung konfrontiert wurde, mein Zimmer aufzuräumen.

Über die Innenausstattung und deren Varianten kann ich daher leider nicht berichten.

Das Aufladen ist AC mit 22 kW möglich, als interner Bordlader ist das hochwertige Ladegerät von BRUSA verbaut. Die DC-Ladung erfolgt mittels CCS mit 50 kW. Mit einem vollen Akku und einigen kurzen Teilladungen während der Pausen oder Besichtigungen sind daher sehr ambitionierte Tagesetappen möglich. Wie bei meinem e-Bürgerbus-Langzeittest kann man wegen der Abmessungen des Fahrzeugs allerdings nicht jeden Ladeplatz für PKWs nutzen. Das schränkt die Auswahl der Ladepunkte eventuell etwas ein. Eine mobile Typ2-Wallbox ist daher ein wertvolles Zubehör, das diesen Nachteil kompensiert, denn dort, wo es die roten Dosen gibt, ist meistens auch mehr Platz als auf einer grün markierten PKW-Stellfläche vor einer Ladesäule.

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Ein e-Wohnmobil definiert diese Marktnische neu und bietet den elektrisch mobilen Campern interessante neue Möglichkeiten. Das gilt auch für innovative Campingplatz-Betreiber, die dadurch auch interessante neue Möglichkeiten zur Ökologisierung und Differenzierung in ihrer Branche haben.

Die technischen Daten der beiden Versionen:
86,4 kWh Akku: 105 kW (143 PS), Synchronmotor mit 650 Nm Drehmoment
108 kWh Akku: 140 kW (190 PS), Synchronmotor mit 730 Nm Drehmoment