Ford Mustang Mach-E – eine Hommage an eine lebende Legende

Es gibt so Momente im Leben, die sich in Deinem Gedächtnis manifestieren und wenn man daran nur denkt setzen Tränen ein. Ich bekam als Kind schon immer dieses Kribbeln und ganz große Augen, wenn ich nur von weitem dieses stählerne Ross hörte oder es sogar noch an mir vorbei galoppieren sah: Ford Mustang. Dieselben Wallungen hatte ich jetzt auch, als ich mit glasigen Augen vor dem Fordhändler Dünnes in Regensburg stand und von gleich zwei Ford Mustang in Empfang genommen wurde. Natürlich in ROT, denn für mich gibt es dieses Auto nur in DIESER Farbe. Aber das war nur der Beginn, denn deshalb waren wir, meine Frau (ebenfalls Mustang-Fan) und ich, nicht nach Regensburg gekommen. Obwohl dieser Mythos immer noch dieselbe Anziehungskraft hat, sind wir älter geworden und wir würden DIESE Art von Mustang – Verbrenner – nicht mehr verwenden. Anschauen ja – fahren nein. Doch Ford hat es gewagt, dieser Legende eine Fortsetzung zu geben. Der Ford Mustang soll auch noch in Zukunft zum absoluten Traumwagen erkoren werden, deshalb gibt es nun sozusagen die ‚böse‘ saubere Variante mit dem Namen Mustang Mach-E. Kenner erkennen sofort das „E“ am Ende der Bezeichnung und schmunzeln nur, denn dieser Racer kommt elektrisch. Wir als Insider der E-Autoszene waren natürlich auch live im Stream als man in Amerika dieses Ding der Öffentlichkeit vorstellte und konnten es kaum fassen, als wir zur Europatour des Ford Mustang Mach-E von Ford nach Regensburg eingeladen wurden.

Und nun war es soweit. Die Hommage an eine lebende Legende stand hier vor uns und wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Vergesst die ganzen schönen Photos und Videos, die bereits im Netz vom Mustang Mach E geistern – im wirklichen Leben ist er viel, viel beeindruckender!

Was soll ich sagen, am liebsten hätte ich mich vor diesem wilden Pferd hingekniet und  Lobeshymnen verfasst. Aber deswegen waren wir nicht gekommen. Dieses Zusammentreffen Mensch-Maschine hatte ein besonderes Flair und man spürte richtig die Spannung, die in der Luft lag – und da war er wieder, dieser schwarze galoppierende Mustang. Doch diesmal nicht auf einem chrompolierten Kühlergrill, sondern mitten auf – wie soll ich es erklären –schönen roten Lippen umringt von zarten Formen samt zwei schmalen Augen, die einen förmlich anlachen. Irgendwie gar nicht das böse Grinsen eines Verbrenners, aber wenn ich mir so die technischen Daten dieser Schönheit ansehe, darf man sich von dem strahlenden Blick nicht täuschen lassen, denn dieser Mustang hat es faustdick hinter den Ohren. Die Leute von Ford fackelten nicht lange und verpassten   dem neuen Mustang nicht nur eine eigenständige, aus der Rolle fallende SUV-Form mit den typischen  Genen, sondern gleich zwei passende Akkus. Der eine mit 75 kwh und der große Bruder mit 99 kwh. Höchste Reichweite bei vernünftiger WLTP-Fahrweise liegt bei ca. 600km, aber wenn ich mir die PS-Zahlen der eingebauten Motoren ansehe, schätze ich, dass dies Wunschwerte bleiben. Die ’schwache‘ einmotorige Version mit kleinem Akku hat schon 258 PS auf der Hinterachse. Und als AWD-Variante mit großem Akku steht er mit 337 PS da. Doch das spielt bei einem E-Auto nicht so die große Rolle, denn je größer der Akku, desto höher das Gewicht und umso stärker muss der Motor sein. Auf die Effizienz und den Verbrauch kommt es an. Und natürlich die inneren Werte. Wenn ich mir so die Verarbeitung des Mustang Mach-E ansehe, dann schwelge ich in Nostalgie und wünschte mir so eine Qualität bei manch anderen Konkurrenten. Da werden sogar die nörgeligen deutschen Tester nicht mehr viel finden. Dies ist ein Standard, den man eigentlich in einer doppelt so teueren Klasse erwarten würde. I-Pace oder E-Tron, zieht euch warm an! Der wilde Hengst aus USA sprintet euch leicht davon und überholt euch links oder rechts… An diesem Auto können sich die Genießeraugen so richtig satt sehen. Allein schon der schönste Hintern der E-Autoszene, äh Heck, ist eine Erwähnung wert: „An diesen Lichtern sollst Du mich als feurigen MUSTANG erkennen“.

Dieses galante Vortäuschen eines Coupés gepaart mit der Kopffreiheit einer Headbangerparty (selbst getestet) und einem kleinem Sportlenkrad entlässt Dich jetzt in Deine Vorstellungskraft, einen hochgestellten Rennwagen zu fahren. Wenn dazu auch noch die richtige Musik aus der eingebauten Bang & Olufsen-Anlage ertönt und Dich die brachiale Kraft beim „STAMPEDE“-Modus in die stylischen, rot eingefassten schwarzen Ledersitze presst, dann spürst Du: „ICH BIN ZUHAUSE“. Genau das ist das Feeling, das jeder E-Autofahrer ansatzweise schon kennt, nur halt noch nicht in MUSTANG-Ausmaßen. Leider ist dieses Erlebnis im Moment noch mehr Fiktion als Realität, da wir ihn nur liegend, äh stehend, begutachten/erfühlen dürfen. Schade war es auch, dass ich meinen obligatorischen Rücksitzbank-Liegetest nicht machen durfte, aber was ich beim Umlegen derselben sah, war schon beeindruckend: flach und ganz sicher auch zur Nachtruhe geeignet. Doch damit nicht genug… Ladepad für die neuen Handys, CCS-Anschluss für 150 kW und – jetzt kommt’s – preislich in Reichweite des Marktführers aus der gleichen Ecke der USA: Tesla. Und diese Augen, die einfach jeden Menschen in den Bann ziehen. Ein Manko an dem Ganzen ist nur, dass die First Edition gleich weg war und die GT-Variante schon nicht mehr auf der Homepage erscheint. 4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Und dann sind wir bei 200 km/h. Muss aber nicht sein. Braucht man auch nicht, wenn man nicht aus Zuffenhausen kommt. Deshalb muss ich leider bis Oktober warten, denn dann ist ER auch bei uns erhältlich.

Genug geredet, genug geschwärmt. Tatsache ist, dass wir leider den Ford Mustang Mach-E  AWD, der hier vor uns steht, nicht mitnehmen und ihn auch nicht so lange belagern/betatschen dürfen. Denn dieser geht weiter auf Reisen, um noch viele andere Fans zu begeistern. Mit Tränen in den Augen und einem nassgeschwitzten T-Shirt verlassen wir diese Hommage und zum Glück durften wir Teil dieser Geschichte sein. Ganz ehrlich – man muss kein Mustang-Fan sein, um diesem Charme zu erliegen, aber eins ist klar: dieser Mustang ist – auch wenn „alte“ Mustang-Fahrer es nicht so sehen werden –  ein echtes Unikat mit Stil und unverkennbar das elektrische Derivat vom Original. Deshalb kann ich es kaum erwarten, „Highway to Hell“ über die  B&Os zu hören, wenn ich im Stampede-Modus bin, um leicht erhöht die Konkurrenz zu verblasen. Wie beim Alten.

Und ich träum jetzt schon mal bei der Heimfahrt vor, denn ein wenig dauert es noch.
Diese Augen – mhh – und nicht zu vergessen: dieser Hintern…

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