Urcharge – ein Projekt für zukunftsfitte E-Mobilität

Das Forschungsprojekt „Urcharge“ soll grundlegende Fragen zur Mobilität der Zukunft klären. Basis für dieses Projekt ist die innovative LINZ AG-Ladelösung „WallBOX CitySolution“.

„Diese günstige und intelligente Ladelösung ist speziell für den großvolumigen Wohnbau gedacht. Wohnbauträger können damit ihre Neubauten und meist auch ihre bestehenden Objekte E-mobilitätsfit machen. Bei Vorhandensein einer Basisinfrastruktur ist die WallBOX CitySolution rasch montiert und gewährleistet zuverlässiges wie exklusives Laden“, sagt Gerald Mayrhofer vom E-Mobilitätsteam der LINZ AG.

Damit Wohnbauträger den Bewohnerinnen und Bewohnern ihrer Wohnanlagen das Laden ihrer E-Autos zuhause ermöglichen können, entwickelte die LINZ AG die WallBOX CitySolution. Die WallBOX CitySolution wird zu 100 Prozent mit Strom aus der Region gespeist und ist in Garagen und Freiflächen anwendbar.

 

Demoprojekt „Urcharge“ in Linz

Mit der WallBOX CitySolution setzte die LINZ AG bereits einen Meilenstein für die Zukunft. Die innovative Ladelösung spielt auch beim Forschungsprojekt „Urcharge“ eine entscheidende Rolle. Im Rahmen der „Urcharge“-Demophase wird in einer Wohnsiedlung in Kleinmünchen mit etwa 100 Haushalten ab Mitte April 2020 getestet, was passiert, wenn die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner auf E-Autos umsteigt. Diese geben dazu ihre Verbrenner-Autos ab und erhalten im Gegenzug einen elektrisch betriebenen Renault Zoe oder Nissan Leaf, zur Verfügung gestellt vom Autohaus Sonnleitner.

„Es muss kein Fahrtenbuch geführt werden und auch die GPS-Daten werden nicht erfasst. Wir schauen uns nur das Ladeverhalten an“, erklärt E-Mobilitäts-Experte Gerald Mayrhofer.

Auf den Tiefgaragenparkplätzen werden Ladestationen installiert und durch intelligentes Lastmanagement gesteuert. Damit wird trotz zahlreicher gleichzeitiger Ladevorgänge ausreichend Ladeleistung sichergestellt.

Grundsatzfragen werden geklärt

Der Ausbau der umweltfreundlichen E-Mobilität stellt auf dem Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit einen entscheidenden Faktor dar: Will Österreich seine Klimaziele bis 2030 erreichen, so muss etwa bis dahin ein E-Auto-Anteil von rund 27 Prozent unter allen angemeldeten Pkw erreicht werden.

Doch welche Infrastruktur ist beispielweise in Linz nötig, um dieses Ziel erreichen zu können?
Wird das Stromnetz dieser Mehrbelastung standhalten?

Um grundlegende Fragen wie diese beantworten zu können, führt die LINZ AG gemeinsam mit den Unternehmen KEBA AG (Ladestationen) der ETA (Umweltmanagement) und dem Autohaus Sonnleitner (eFahrzeuge) sowie der Linzer Wohnungsgenossenschaft NEUE HEIMAT ein Demonstrationsprojekt durch. Dieses ist ein praxisorientierter Teil des Forschungsprojektes „Urcharge“, das von der Technischen Universität Wien geleitet wird.

 

Den Stromfluss optimieren

Die Ladeleistung soll getestet und optimiert werden, um möglichst netzschonend und kostengünstig den Bewohnerinnen und Bewohnern die notwendige Energie zur Verfügung stellen zu können. Dank einer Ladeleistung von bis zu 11 kW (Kilowatt) können die E-Autos auf den Tiefgaragenparkplätzen während der Stehzeiten voll aufgeladen werden.

Erforscht wird auch das Ladeverhalten der E-Auto-Fahrerinnen und -Fahrer: Laden tatsächlich alle gleichzeitig? Und wie kann der Leistungsbedarf optimiert werden? Das Demonstrationsprojekt „Urcharge“ läuft in Linz für die Dauer von sechs Monaten und wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert sowie im Rahmen des Programms „Zero Emission Mobility“ durchgeführt.

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2 Gedanken zu „Urcharge – ein Projekt für zukunftsfitte E-Mobilität“

  1. Ich glaube, die Emobilität mit Batterien hat keine Zukunft.
    Umweltschonend?
    Leistungsgewicht (1000kg) für 300km?
    Ladezeit indiskutabel bei Vollmotorisierung
    Lademöglichkeiten bei Vollmotorisierung
    Woher kommt die elektrische Energie bei Vollmotorisierung, leicht auszurechnen: Energie Benzin und Diesel > elektrische Energie
    Energiebedarf an einer z.B. Autobahntankstelle gigantisch

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    • Hallo Benno,
      danke für deine Kommentare.
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      Zur Umweltbilanz von Elektroautos:
      Unser dringendstes verkehrsbedingte Umweltproblem sind die kontinuierlich steigenden Treibhausgas-Emissionen. Der Verkehrssektor, hat in Österreich einen Anteil von ca. 29% an den Treibhausgasemissionen und leider außerdem eine steigende Tendenz. Um die Vorgaben des Pariser Klimagipfels zur Begrenzung der Erderwärmung zu erreichen, sind daher insbesondere im Verkehr dringend Maßnahmen zu setzen, um die THG-Emissionen zu reduzieren. Die Experten sind sich einig, dass drei Themenbereiche zu adressieren sind (in dieser Priorität): Verkehr vermeiden, Verkehr verlagern und Verkehr verbessern. Unter den letzten Themenbereich fällt der Wechsel des Antriebssystems von der Verbrennung von fossilen Treibstoffen auf den batterieelektrischen Antrieb.
      Die Experten sind sich einig, dass der batterieelektrische Antrieb für den PKW die beste verfügbare Technologie ist, um die Treibhausgasemissionen dieser Fahrzeugklasse rasch und deutlich zu senken.
      Die Life-Cycle Umweltbilanz (Well-to-Wheel) alternativer Antriebe (inkl. Fertigung und Recycling von Fahr-Akkus) hat sich das österreichische Umweltbundesamt hier angesehen:
      https://www.umweltbundesamt.at/aktuell/presse/lastnews/news2017/news_20171128/
      Im April 2020 hat Transport & Environment eine neue LCA Studie veröffentlicht (Life Cycle Analysis) und kommt zu dem Schluss, dass selbst in dem europäischen Lande mit dem größten Anteil an Kohle-Strom, ein in Asien produziertes Elektroauto im gesamten Life Cycle um 22% weniger Treibhausgase emittiert als Diesel-Fahrzeuge und 28% weniger als Benzin-Fahrzeuge. Und ein in Schweden produziertes Elektroauto, das in Schweden fährt emittiert um 80% bzw. 81% weniger Treibhausgase. Hier ist der Link zur Studie und zum LCA-Rechner, in dem man spezifische Vergleiche berechnen kann:
      https://www.transportenvironment.org/news/how-clean-are-electric-cars
      Batterieelektrische Autos haben natürlich neben den deutlich geringeren Treibhausgasemissionen auch weitere Vorteile: keine gesundheitsschädlichen Abgase, weniger Verkehrslärm, weniger Bremsstaub (durch Verwendung der Rekuperation zum Bremsen), etc.
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      Zum Gewicht von Elektroautos
      Das Mehrgewicht von Elektroautos gegenüber den konventionell betriebenen Fahrzeuge beträgt bei weitem nicht eine Tonne. Vergleich: der aktuelle VW Golf 8 wiegt (je nach Ausstattung) ab 1.255 kg, ein VW ID.3 (mit 330 km WLTP Reichweite) ab 1.720 kg. Der ID.3 wiegt also 465 kg mehr als ein Golf.
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      Zur Ladezeit:
      Die heute angebotenen Elektroautos können auf Langstrecken an den entsprechenden Schnellladern bzw. Hyperchargern in ca. 30 Minuten wieder auf ca. 80% Akkku-Kapazität aufgeladen werden, manche Elektroautos auch schneller. Es reicht also, das Elektroauto auf der Langstrecke während einer Essens- oder Kaffeepause anzustecken und schon geht es wieder weiter. Langstrecken-Fahrten kommen allerdings im Durchschnitt der Fahrten eines Österreichers sehr selten vor.
      Die durchschnittliche tägliche Fahrleistung (inkl. der wenigen langen Urlaubsfahrten) liegt in Österreich bei ca. 37 km. Zum Nachladen der dazu notwendigen geringen Energiemenge reicht es, das Auto über Nacht langsam aufzuladen oder das E-Auto einmal pro Woche am Schnelllader zu laden (z.B. während des Einkaufs, während eine Kinobesuchs, etc.).
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      Zur Ladeinfrastruktur:
      Die öffentliche Ladeinfrastruktur wird regelmäßig ausgebaut. Insbesondere die Verstärkung der Schnelllader und Hypercharger auf den vorrangigen Straßen ist bemerkenswert. Auch in Städten wie in Wien (mit dem Ziel von 1.000 Ladepunkten bis Ende des Jahres 2020) wird die öffentliche Ladeinfrastruktur rasch erweitert.
      AustriaTech veröffentlicht dazu regelmäßig Zahlen (siehe nachstehenden Link).
      Dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur auch bei einem hohen Anteil von Elektromobilität funktioniert kann man übrigens in Norwegen sehr gut sehen.
      https://www.austriatech.at/downloads
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      Zum Strombedarf von E-Mobilität
      Der Mehrbedarf an Strom für die vollständige Umstellung der PKWs auf batterieelektrischen Antrieb liegt laut Studien vom Verbund und TU Wien zwischen 13% und 20%. Nachdem diese Umstellung nicht von einem Tag auf den anderen passiert, liegen die zusätzlich auszubauenden Erzeugungskapazitäten im Rahmen der üblichen jährlichen Erweiterungen.
      Details dazu findest du z.B. hier
      https://faktencheck-energiewende.at/fakt/woher-soll-der-zusaetzlich-benoetigte-strom-fuer-die-e-mobilitaet-kommen/
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      Zum Energiebedarf auf Autobahn-Ladepunkten
      Der punktuelle Energiebedarf für öffentliche Schnellladeparks an Autobahnen kann natürlich signifikant werden. Allerdings tritt dieser Energiebedarf als Lastspitze und nicht als Dauerlast auf. Deshalb gibt es viele Konzepte, um diese Lastspitzen zu glätten. Am Flughafen Wien wird z.B. ein Schwungrad als mechanischer Zwischenspeicher ausprobiert. Und unser Partner, die Firma Kreisel stellt mit dem Chimero Schnelllader ein Ladegerät zur Verfügung, dass in den Pausen zwischen den Aufladungen, den Strom in großen Akkus zwischenspeichert und daher eine wesentlich geringere Anschlußleistung braucht.
      https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/alternative-antriebe/kreisel-electric-chimero-ladestation/
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      Wie bereits im Facebook diskutiert steht bei Interesse Christian Peter, unser EMC Director für Wien gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung, um deine Bedenken zur E-Mobilität ausführlich zu besprechen.

      Antworten

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