EMC Test des Škoda Enyaq iV 80

Wir waren schon gespannt auf den Škoda Enyaq iV, die tschechische Interpretation des Mobilen Elektrobaukasten (MEB) des Volkswagenkonzerns. Am Freitag, 9. April 2021 war es dann soweit, wir konnten das lang erwartete E-Auto vorab probefahren. Die offizielle Markteinführung in Österreich ist für den 23. April geplant.

Viel Platz für Passagiere und Gepäck

Der Enyaq spricht viele Familien an, die sich nach einem geräumigen E-Auto mit urlaubstauglicher Langstrecken-Reichweite umsehen. Das großzügige Raumangebot fällt sofort auf. Sowohl auf den vorderen Sitzen als auch auf den Rücksitzen ist viel Platz, auch großen Erwachsenen wird hinten viel Kniefreiheit geboten.

Der Kofferraum ist mit 585 Liter ordentlich geräumig und ist bei umgeklappten Rücklehnen sogar auf 1.710 Liter erweiterbar. Die Lehnen können dabei sehr bequem vom Kofferraum aus fernentriegelt werden. Wenn man die Kopfstützen ausreichend herauszieht, ist die Ladefläche komplett eben und bis zu 1,77m lang. Unter dem Ladeboden ist außerdem noch Platz für Ladekabel und anderes Zubehör. Besonders gut gefallen haben übrigens die „simply clever“ Klett-Ecken, die man dort finden kann. Mit diesen Ecken kann man auch kleine Sachen in dem großen Kofferraum schnell und gut fixieren, damit nichts herumrutscht.

Wenn auch die umgeklappten Rücksitze nicht mehr ausreichen, dann kann man noch die optional erhältliche Anhängerkupplung elektrisch entriegeln. Bis zu 1.400 kg kann der Enyaq damit ziehen. Die Sitze sind bequem und bieten guten Seitenhalt. allerdings hätte sich unsere Testfahrerin (1,63 m) gewünscht, dass sich die Sitze noch weiter nach oben justieren lassen. Auf den äußeren Rücksitzen und auf dem Beifahrersitz finden sich übrigens ISO-Fix Halterungen. Bis zu drei Kindersitze können also einfach montiert werden.

Alles wie gewohnt, aber doch eigenständig und anders

Vieles, was wir aus den Tests des ID.3 und ID.4 über den MEB von Volkswagen kennengelernt haben, findet sich auch im Škoda Enyaq iV wieder. Es gibt ihn mit drei Akku-Größen, mit 55 kWh (52 kWh netto), 62 kWh (58 kWh netto) oder mit 82 kWh (77 kWh netto). Die Reichweite beträgt bis zu 520 km nach WLTP. Standardmäßig wird der Enyaq über die Hinterräder angetrieben, optional gibt es auch Allradantrieb zur Auswahl. Wie auch schon beim ID.3 und ID.4 ist der Wendekreis sehr klein und beträgt lediglich 9,3 Meter. Für dieses geräumige Familienauto ist diese Wendigkeit sensationell gut und besser als bei manch anderem Kleinwagen.

Trotz der vielen Gemeinsamkeiten ist der Škoda Enyaq iV doch auf deutlich eigenständig und anders. Das rein digitale „virtual Cockpit“ ist nicht wie bei den Volkswagen-Modellen auf der Lenksäule befestigt, sondern im Armaturenbrett integriert. Auch die Einstellung der Fahrstufe findet man nicht dort, sondern in Form eines kleinen handlichen Knopfs in der Mittelkonsole. Die Fahrstufe „P“ wird automatisch über die elektrische Feststellbremse ausgewählt. Auch der adaptive Tempomat (ACC) wird nicht über das Lenkrad bedient, sondern über einen eigenen kleinen Hebel an der Lenksäule. Wer die kapazitiven Touch-Elemente des VW ID.3 bzw. ID.4 Lenkrads nicht so mag, wird sich hier sofort zu Hause fühlen. Es gibt Standard-Tasten und haptisch gut und intuitiv zu bedienende Rollen zur Steuerung der diversen Einstellungen.

Großer 13 Zoll Touch-Bildschirm und Sprachassistentin „Laura“

Die Lenkradtasten, die fix zugeordneten Tasten im Armaturenbrett und der große 13 Zoll Touch- Bildschirm ließen sich einfach und intuitiv bedienen und gaben uns keine Rätsel auf. Auch die Sprachassistentin „Laura“ verstand uns auf Anhieb.

Das Multimedia-System klingt gut, aber wir haben es nur sehr kurz getestet. Wir wollten die Geräuschdämmung im Auto auf die Probe stellen und wurden nicht enttäuscht. Eine Autobahnfahrt mit hoher Geschwindigkeit haben wir zwar auf unserer Testroute in der kurzen Zeit nicht untergebracht, aber auf allen gefahrenen Strecken in der Stadt und auf Landstraßen hat uns das geringe Geräuschniveau sehr gefallen.

Verbrauch liegt im Rahmen

Für einen seriösen Verbrauchstest des Škoda Enyaq iV fehlte uns leider einerseits die Zeit und andererseits hat uns auch der bereits dichte Verkehr am Freitagnachmittag in Wien während unseres Kurztest keine Gelegenheit dafür gegeben. Auf unserer Route über die Höhenstraße hinauf und hinunter haben wir im Durchschnitt 16,8 kWh / 100 km verbraucht. Der Bordcomputer verriet uns auch den Langzeitverbrauch: für einen Testwagen fanden wir die angezeigten 20.9 kWh / 100 km durchaus gut. Die Außentemperatur betrug bei unserem Test moderate 15°, die Klimaanlage war auf 22° eingestellt. Eines unserer Fotos brachte uns eine interessante Erkenntnis: sitzt niemand auf dem Beifahrer-Sitz, dann wird die Klimazone für den Beifahrer automatisch auf „Eco“ eingestellt – das führt uns gleich unmittelbar zum nächsten Kapitel unseres Tests.

Simply Clever

Schon seit einiger Zeit liefert Škoda seine Autos mit vielen kleinen Nützlichkeiten aus. Auch in unserem Škoda Enyaq iV waren einige dieser „Simply Clever“ Features zu finden, die uns gut gefallen haben. Dazu zählt z.B. der eingebaute Eiskratzer, der in der Heckklappe untergebracht ist, oder der Trichter beim Einfüllstutzen des Scheibenwaschwassers (warum hat das eigentlich nicht jedes Auto?) oder auch der legendäre Regenschirm in der Fahrertüre.

Auch die Klett-Ecken für die Fixierung von kleinerem Ladegut im Kofferraum sind wirklich gut durchdacht. Eine Kleinigkeit vielleicht, aber eine sehr nützliche und ruck-zuck einsetzbar.

Als Familienauto sehr zu empfehlen

Der Škoda Enyaq iV hat uns im Test sehr gut gefallen. Das Auto fährt souverän, es bietet viel Platz auf allen Sitzen und im Kofferraum, auch eine Anhängerkupplung ist optional erhältlich. Mit den drei Akkugrößen kann man die Balance zwischen Preis und Reichweite selbst justieren. Im ersten Schritt wird übrigens der kleinste Akku noch nicht angeboten. Das Modell mit dem mittleren Akku (58 kWh netto) wird in Österreich ab einem Listenpreis von € 40.060 angeboten, das Modell mit dem größten Akku (77 kWh netto) ab € 46.470.

Wir können den Škoda Enyaq iV sehr empfehlen, sowohl als Familienauto aber natürlich auch für allen anderen E-Autofahrer, die ein geräumiges E-Auto zu einem moderaten Preis suchen.

Social share

Unsere Partner