Große Mehrheit der Besitzer von Elektrofahrzeugen fordert politische Maßnahmen zur Beschleunigung der Elektromobilität

83 % der Fahrer von Elektrofahrzeugen weltweit sind laut der globalen E-Autofahrerumfrage 2025 der Ansicht, dass politische Maßnahmen erforderlich sind, um den Absatz von Elektrofahrzeugen in ihren Ländern anzukurbeln.

Die Forderung nach politischen Maßnahmen ist in allen teilnehmenden Ländern sehr deutlich zu sehen. Petter Haugneland, stellvertretender Vorsitzender von GEVA und stellvertretender Generalsekretär des Norwegischen Elektrofahrzeugverbands, betont die globale Relevanz der Umfrageergebnisse:

„Dies ist eine klare Botschaft an Politiker in allen Ländern, die den Straßenverkehr elektrifizieren und den Absatz von Elektrofahrzeugen steigern wollen: Politische Maßnahmen sind notwendig, um die Elektromobilität zu beschleunigen. Politiker können sich nicht einfach zurücklehnen und darauf vertrauen, dass der Markt und die Verbraucher das Problem von selbst lösen werden.“
Die Ergebnisse wurden am Montag, dem 17. November, in einem Webinar präsentiert, an dem Hunderte von Teilnehmern aus aller Welt teilnahmen, darunter Journalisten, politische Entscheidungsträger, Befürworter und Enthusiasten der Elektromobilität.

GEVA hat die Umfrage zum zweiten Mal gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen durchgeführt. Mehr als 26.000 Fahrer von Elektrofahrzeugen aus 30 verschiedenen Ländern teilten ihre Erfahrungen als Besitzer von Elektroautos. Die Umfrageergebnisse sind unter https://survey.GlobalEVAlliance.com verfügbar.

Das Laden bleibt in vielen Ländern eine Herausforderung

Die Umfrage hebt auch wichtige Herausforderungen hervor, die bewältigt werden müssen, um mehr Menschen davon zu überzeugen, sich beim Kauf eines neuen Fahrzeugs für ein Elektroauto zu entscheiden. In Costa Rica geben beispielsweise 76 % der Fahrer von Elektrofahrzeugen an, dass die Lademöglichkeiten auf öffentlichen Straßen eines der größten Hindernisse für die Verbreitung von Elektroautos darstellen. In Brasilien liegt dieser Wert bei 65 % und in Indien bei 74 %.

„Obwohl die meisten Fahrer von Elektrofahrzeugen ihr Auto zu Hause laden, ist ein zuverlässiges öffentliches Schnellladenetz unerlässlich, um Menschen dazu zu bewegen, sich für ein Elektroauto anstelle eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor zu entscheiden. Die Lösungen werden je nach Land unterschiedlich sein, aber eine enge Zusammenarbeit zwischen privaten Fahrzeugherstellern, Verbrauchern und politischen Entscheidungsträgern ist ein guter Anfang“, sagt Silvia Rojas, Vorstandsmitglied von GEVA und Geschäftsführerin von ASOMOVE, dem costa-ricanischen Verband für Elektromobilität.

Die Situation verbessert sich jedoch. In der Umfrage von 2024 gaben 23 % der Fahrer von Elektrofahrzeugen weltweit die unzureichende Schnellladeinfrastruktur als Nachteil an. In der diesjährigen Umfrage ist dieser Wert auf 18 % gesunken.

„Es ist ermutigend, Fortschritte zu sehen, aber eine gute Schnellladeinfrastruktur zu errichten ist keine einmalige Aufgabe – es bedarf kontinuierlicher Verbesserungen“, fügt Rojas hinzu.

Hartnäckige Mythen als großes Hindernis

Die diesjährige Umfrage liefert auch neue Erkenntnisse darüber, wie sich Mythen über Elektrofahrzeuge auf deren Akzeptanz auswirken. Weltweit geben 77 % der Befragten an, dass hartnäckige Mythen über Elektroautos eines der größten Hindernisse für die Verbreitung von Elektrofahrzeugen in ihren Ländern darstellen.

„Fehlinformationen über Elektrofahrzeuge sind eine ernsthafte Herausforderung. Sie können dazu führen, dass politische Entscheidungsträger weniger Vertrauen in Elektrofahrzeuge als praktikable Lösung für den Klimawandel und die lokale Luftverschmutzung haben“, sagt Joel Levin, Vorsitzender von GEVA und Direktor von Plug in America.

Ein weit verbreiteter Mythos in vielen Ländern ist, dass Elektroautos brandgefährlich seien. 88 % der befragten Fahrer von Elektrofahrzeugen gaben an, sich keine Sorgen um die Brandgefahr durch ihr Fahrzeug zu machen.

„Bestehende Fahrer von Elektrofahrzeugen lassen sich von Mythen offensichtlich nicht beeinflussen, da sie aus Erfahrung wissen, dass diese Mythen falsch sind. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, den Verbrauchern von Elektrofahrzeugen eine Stimme in der öffentlichen Debatte zu geben, um solchen Missverständnissen entgegenzuwirken“, so Levin.

Markenreputation ist wichtig

Eine neue Frage in der diesjährigen Umfrage lautete: „Gibt es Automarken, die Sie aus politischen Gründen meiden würden?“ Weltweit antworteten 53 % mit ja, wobei die Antworten je nach Land deutlich variieren. In Dänemark liegt der Wert bei 71 %, in Brasilien hingegen bei 16 %.

„Generell beobachten wir, dass in Ländern, in denen die Verbreitung von Elektrofahrzeugen noch gering und die Auswahl an Fahrzeugen begrenzt ist, Marken weniger Einfluss auf die Kaufentscheidung der Verbraucher haben“, sagt Ellen Hiep, Mitglied des GEVA-Lenkungsausschusses und Direktorin des niederländischen Verbandes der Elektrofahrzeugfahrer.

In einer offenen Frage der Umfrage können die Befragten auch angeben, welche Marken und/oder Länder sie aus politischen Gründen meiden würden. Die Mehrheit (42 %) nannte Tesla, 12 % China und 1 % BYD.

„Die Ergebnisse zeigen, dass Preis und Fahrzeugausstattung zwar weiterhin die wichtigsten Faktoren bei Kaufentscheidungen sind, die Markenreputation aber dennoch Einfluss auf die Kaufentscheidung hat“, erklärt Hiep.

Die Zufriedenheit steigt

86 % der Fahrer von Elektrofahrzeugen geben an, mit ihrem Elektroauto sehr zufrieden zu sein – ein Anstieg gegenüber 82 % im Vorjahr.

„Für einen raschen Hochlauf der Elektromobilität ist eine hohe Zufriedenheit der E-Autofahrer entscheidend – sowohl für die Entscheidung für Elektrofahrzeuge in Firmenflotten als auch bei Privatkunden. Die hohe Zufriedenheit erleichtert es, andere zum Nachziehen zu bewegen und letztendlich die Emissionen des Straßenverkehrs zu reduzieren und die lokale Luftqualität zu verbessern“, sagt Bernhard Kern, Präsident des ElektroMobilitätsClub Österreich..

Bahnbrechende Studie

„Das Verständnis dafür, wie Verbraucher in verschiedenen Ländern auf die Einführung von Elektrofahrzeugen reagiert haben, welche Herausforderungen sie bewältigen müssen und welche Hindernisse sie für andere sehen, bietet einzigartige Einblicke in die weltweite Entwicklung der Elektromobilität. GEVA ist eine Basisorganisation von Elektroautofahrern, und diese Umfrage ist wegweisend“, so John Henderson, Sekretär der Global EV Alliance und Mitbegründer der Sunshine Coast EV Association in Kanada.

Über die Umfrage

Über die Globale Elektroautofahrer-Umfrage 2025 (Global EV Driver Survey 2025): Die von der Global EV Alliance durchgeführte Umfrage richtete sich über ein offenes Online-Formular an Elektroautofahrer weltweit. Hauptverbreiter der Umfrage, die im September und Oktober stattfand, waren nationale Elektroauto-Verbände wie beispielsweise der ElektroMobilitätsClub Österreich.

Um sicherzustellen, dass die globalen Ergebnisse die Ansichten der Elektroautofahrer präzise widerspiegeln, wurden die Antworten entsprechend dem Anteil jedes Landes am gesamten Elektroautobestand gewichtet.

Alle Umfragedaten, einschließlich globaler Durchschnittswerte und Ergebnisse auf Länderebene, sind unter https://survey.GlobalEVAlliance.com verfügbar. Die Website ermöglicht den Vergleich von Daten verschiedener Länder und globaler Zahlen zu zahlreichen Themen wie Laden, Fahrermeinungen und demografischen Profile.

Kontaktinformationen

Presse Anfragen:
Thomas Haug
Communication Advisor, Norwegian EV Association
thomas.haug@elbil.no
Phone: +47 41 42 43 80
Andere Anfragen:
John Henderson
Secretary, Global EV Alliance
Secretariat@GlobalEVAlliance.com

 

Social share