Reisebericht von Linz nach Tisno Kroatien

Reise mit einem Hyundai Kona Elektrik mit 64 Kilowattstunden Akku von Linz nach Tisno Kroatien, von DI(FH) Martin Stefan Knop.

Im Rahmen der Reise Planung haben wir bereits in Gedanken die Route und mögliche Ladepunkte oder Ladestationen durchgespielt. Wir haben dabei auf Informationen der EMC Webseite zurückgegriffen. Unser Händler hat uns dann noch die ABRP App empfohlen, die durchaus sehr gute Dienste geleistet hat.

Abfahrt um ca. 5:00 bei 40097 km Stand, Reichweite 340 km, zirka 93% voll. Das erste Mal Aufladen bei Autohaus Klingler am Hyper Charger, um Ankunft ca 7:40 Uhr also ca. 15 bis 20 Minuten früher als laut Navi prognostiziert, bei Restreichweite ca. 55 km und Kilometerstand 40364. Das freut den Elektrofahrer denn Wir sind nicht gerade langsam unterwegs gewesen (Tempomat im Normalfall auf 130km/h eingestellt).

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Abbildung 1 : Zweiter Stop in Kroatien, wir entdecken die elen-INA Ladesäulen für uns

Der Hyper Charger welcher beim Autohaus Klingler in Strass/Steiermark steht. Die da-emobil Ladestationen hatten wir im Vorfeld freischalten lassen. Trotzdem haben wir eine kleine Überraschung erlebt. Denn trotz dem ich da-emobil registriert und auch eine Bestätigungsmail erhalten habe, hat die EMC Karte die Autorisierung nicht durchführen können (Die EMC Ladekarte ist bei allen hauseignen da-emobil Ladepunkten nutzbar und aktuell nicht bei deren „Partner“ Ladepunkten). Wir hatten Glück denn der Chef des Autohauses war bereits im Büro und hat uns einen Chip zum Freischalten geliehen. Wir haben dann gemeinsam mit da-emobil telefoniert und obwohl die Ladestation von da-emobil promotet wird, ist sie nicht im Karten Verbund integriert. Das sollte dringend nachgeholt werden. Erstens weil der Rundum-Service im Autohaus Klingler hervorragend ist, zweitens weil die Station eine ausgezeichnete geographische Lage hat.

Geplante Weiterfahrt gegen 8 Uhr 35 mit ca. 81% Reichweite / 300 km, das war der Plan. Wir haben aber wieder einmal mit der Entriegelung Funktion unseres Kona zu raufen gehabt (Wir haben noch nicht herausgefunden, wie man einen laufenden Ladevorgang abbricht) daher dann Fortsetzung der Fahrt um 9 Uhr 7 Uhr mit 348 km Reichweite und 94% nachdem der Ladevorgang händisch (in den FZG Einstellungen) auf 90% zurückgestellt wurde und damit automatisch beendet wurde.

Beim 2. Ladestopp bei 40501 km in Zagreb war die Ladestation beim Kaufland besetzt mit einem Kona Elektro Baujahr 2018 besetzt. Daher haben wir kurzfristig eine alternative Adresse beim Autoservice Suzuki Werkstatt ungefähr 2 km weiter 50 kW Lader karlovacka Chester 5, Zagreb (siehe Foto) genutzt. Das Freischalten war völlig problemlos mit der EMC Karte (Ankunft ca. 12:00). Ausgangs Kilometerstand 218 km Reichweite 61%. Die erwartete Ladezeit auf 100% 45 Minuten auf 80 % 17 Minuten. Der 3. Ladestopp bei, 40625 km Restreichweite waren ca. 188 km Wir laden wieder auf ca. 300 km Reichweite auf. Das werden ungefähr 85% sein, dann geht es ab bis in die Unterkunft in Tisno.

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Abbildung 2 : 50 kW Lader Karlovacka Chester 5, Zagreb bei der Suzuki Werkstatt

Die elen Ladestationen in Kroatien sind kostenfrei, man muss sich lediglich die App installieren und kann dann den QR-Code für die jeweilige Ladesäule scannen und die Ladestation freischalten. Die Raststätte in Brinje ist extrem sauber und sehr einladend, der Hotline Service von elen ist ebenfalls hervorragend. Wir wurden sogar zurückgerufen und gefragt, ob man uns noch weiterhelfen kann. Auf der App von elen sieht man den Status der Ladestation fast in Echtzeit (Verzögerung ca. 1 min) Die Stationen sind in einem Abstand von 50 bis ca. 100km an den Raststätten aufgestellt und meist hinter dem Tankstellengebäude platziert.

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Abbildung 3 : Elektrofahrer willkommen in Kroatien bei INA und elen

Ankunft in Tisno mit 79 km Restreichweite um 16:50 Uhr. Ja, es waren in Summe mindestens 740 Kilometer. Dazu hatten wir an den Grenzen zwischen Österreich Slowenien und Slowenien Kroatien kurze Aufenthalte Im Rahmen der Pass und Grenzkontrollen. 45 Minuten Stau am Grenzübergang plus etwas administrativer Mehraufwand für das Freischalten der Ladestation nahe der Grenze (1.Ladestopp). Hat in Summe 2 Stunden Verzögerung gebracht was Meiner Meinung nach für Erstlings-Elektro-car-Reisende nicht aus dem Rahmen ist.

Für Kroatien Reisende gilt: Sich eventuell vorab schon die elen App herunterzuladen und die kostenlose Ladeinfrastruktur von elen und INA zu nutzen. Die ist extrem gut ausgebaut und selbst für Elektrofahrzeuge kürzerer Reichweite durchaus adäquat verwendbar. Die Ladestationen befinden sich durchwegs an Autobahnraststätten, sodass sich langes suchen erübrigt. Die elen App zeigt fast immer den korrekten Status der Stationen an (wichtig, weit genug in die Karte zoomen) das Entsperren ist kinderleicht, die App in Englisch und kroatischer Sprache verfügbar. Die Routenplanung und die ungefähre Planung wo aufgeladen wird funktioniert mit der ABRP App (A Better Routeplaner) hervorragend. Auch hier Registrierung und korrekte Dateneingabe vorausgesetzt.

Da wir in Slowenien nicht aufladen mussten, können wir hier zur vorhandenen Infrastruktur relativ wenig sagen.

Nach einigen anstrengenden Messetagen und ein paar kleineren Ausflügen treten wir am 26. Oktober um ca. 08:00 Uhr wieder die Heimreise an. Der Kona ist mit AC-Ladung (über Nacht) schonend vollgeladen (~375km Reichweite). Die Route diesmal in Kombi mit ABRP und elen geplant und optimiert, entscheiden wir uns für 4 Ladestopps um hier einen möglichst hohen Ladestrom und damit kurze Ladezeiten auszureizen. Das heißt nur bis zirka 80% vollladen und nicht weiter als ca. 30% entladen. Leider verlieren wir die eingesparte Ladezeit an den beiden Grenzübergängen durch, für diese Jahreszeit massives Rückreiseaufkommen und entsprechende Verzögerungen durch die Kontrollen. In Österreich halten wir kurz nach Graz bei der Firma Steiner Bau und laden Sonnenstrom. Hier funktioniert die EMC Karte ausgezeichnet. Der Hyper charger ist etwas schneller als unsere Geschwindigkeit bei einem Imbiss. 44 Minuten später sind wir wieder „on the Road mit 89% Kapazität“ Was hier gut gefällt, ist der Getränkeautomat und der kleine 24/7 zugängliche Pausenraum. Die Ladestation ist gut frequentiert was 2 weitere elektroreisende Verkehrsteilnehmer bestätigen (Foto).

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Abbildung 4 : Lastestaion bei Firma SteinerBau nahe Graz, 2 Hypercharcger mit Solarstrom

Letzte Aufladung beim Hyper Charger (ladepause.com) in Ansfelden um ca. 19:00 um am nächsten Morgen wieder bereit zu sein.  Bei den letzten Recherchen für diesen kurzen Reisebericht stelle ich fest, auch diese Ladestation wäre über die da-emobil verfügbar, was aber leider nicht funktioniert hat (Die EMC Ladekarte ist bei allen hauseignen da-emobil Ladepunkten nutzbar und aktuell nicht bei deren „Partner“ Ladepunkten). Ankunft zu Hause in Linz bei km-Stand 41685 Zusammenfassung und Resümee unserer zweiten Reise mit einem Elektrofahrzeug (die Erste war ein Pilotversuch 2010 eine Reise ins Burgenland, damals mit einem eUp (VW) aufgrund fehlender Infrastruktur eine Katastrophe). Der Hyundai Kona Electric ist mit seinem 64 Kilowattstunden Akku durchaus ein langstreckentaugliches Reisefahrzeug.

Resumee

Eine grobe Reise- und Ladeplanung machen auf jeden Fall immer noch, oder besonders auch mit dem Elektrofahrzeug Sinn. Wichtig dabei ist, die ohnehin für den Fahrer notwendigen Pausen gleich in Form von Ladepausen wahrzunehmen. Auf der Autobahn stellten wir immer wieder fest, dass wir immer wieder die gleichen Fahrzeuge überholten oder von den gleichen Fahrzeugen überholt wurden. De facto sind die Verbrennungsmotoren nutzenden Strassenteilnehmer über lange Strecken aufgrund der Pausen ebenfalls nicht wirklich schneller. Die kroatische Ladeinfrastruktur im hochrangigen Straßennetz ist ebenso vorbildlich ausgebaut wie auch die kommunale Ladeinfrastruktur. Hier sehe ich in Österreich noch absoluten Aufholbedarf ebenso auch Die Tatsache, dass wir in unserem kleinen Land X verschiedene Ladeverbünde haben, die die Nutzung von Elektrofahrzeugen überregional nicht wirklich vereinfacht. In den Gesprächen mit Kroaten, Österreichern und Deutschen an den Ladestationen stellen wir fest, dass das Vertrauen in die Elektromobilität durchaus ausbaufähig ist. Trotzdem teilweise Elektrofahrzeuge mittlerer und großer Reichweite im Fuhrpark privat und im Unternehmen zur Verfügung stehen wird für längere reisen immer noch auf den Fuhrpark mit Verbrennungsmotor zurückgegriffen. Um in Österreich gut durch das Land zu kommen war es notwendig sich bei mindestens 5 verschiedenen Ladeverbünden zu registrieren während in Kroatien lediglich die EMC-Karte und die elen App ausgereicht hat, um jederzeit aufladen zu können.

Was ich nicht herausgefunden habe ist, mit welchem Strom die elen INA Stationen betrieben werden. Aufgrund der zahlreichen Windräder in Kroatien darf aber auch hier auf nachhaltige Stromgewinnung gehofft werden.

Portrait DI(FH) Martin Stefan Knop (Knop Instandhaltungstechnik e.U.)

Martin Stefan Knop betreibt eine Unternehmensberatung für Instandhaltung und Digitalisierung. Er beschäftigt sich in diesem Rahmen auch intensiv mit Risikobewertungen und Nachhaltigkeit. Gemeinsam mit Partnern entwickelt er Autarkie- und Energie-Optimierungsstrategien die auch Black-out Szenarien berücksichtigen. www.knop-instandhaltungstechnik.at

Fahrzeug: Hyundai KONA electric BJ 2019, 64kWh Traktionsakku km-Stand: ~40tkm

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